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Neue unterirdische Leitungen, zwei Hochbahnsteige auf der Straßenebene: Auf und rund um die Limmerstraße stehen umfangreiche Bauarbeiten an, die sich über mehrere Jahre ziehen – und zum Ausfall der Stadtbahnlinie 10 führen. Was bedeutet das für Fahrgäste? Was für die Anwohner? Ein Überblick über die Antworten auf alle wichtigen Fragen.
Hannover will einen neuen U-Bahn-Tunnel bauen – weiß aber gar nicht mehr, wie das geht. Deshalb schaut die Region jetzt nach Hamburg. Dort entstehen neue unterirdische Strecken und Haltestellen – ein Mega-Projekt. Drei Erkenntnisse für Fahrgäste und Anwohner, die sich übertragen lassen.
Der Konflikt um einen Anschluss des MHH-Neubaus mit einer Stadtbahn zwischen dem Land auf der einen und Region und Stadt Hannover auf der anderen Seite schien lange festgefahren. Offenbar ist nun wieder Bewegung in die Sache gekommen. Im Gespräch ist eine neue Variante einer Üstra-Linie zur MHH. Für viele Kleingärtner ist dieser Vorschlag jedoch keine gute Nachricht.
Die Üstra-Linie 10 zwischen Küchenstattdessen fahren Busse auf der Limmerstraße. Es handelt sich um die längste Streckensperrung der Stadtbahn in diesem Jahrtausend. 2027 beginnen die Bauvorbereitungen, ab Ende 2028 wird gesperrt.
Die Initiatoren der Internet-Petition gegen die Bebauung des Steintorplatzes feiern erste Erfolge. Das Ziel der Petition ist bereits zu mehr als einem Drittel erreicht, obwohl sie noch bis in den Februar läuft.
Donnerstag, kurz vor der Ratssitzung, hat der Verwaltungsausschuss die öffentliche Auslegung der Bebauungspläne für den Steintorplatz final beschlossen. Bürger können sich das Vorhaben ab Montag, 4. Januar, bis zum 3. Februar in der Bauverwaltung anschauen – und überprüfen. So wie Rechtsanwalt Matthias Waldraff, der nicht nur persönlich, sondern auch im Namen mehrerer Grundstückseigentümer am Steintor die Bebauung verhindern möchte – und nach rechtlichen Möglichkeiten sucht.
Jetzt ist es so gut wie sicher: Der Steintorplatz wird bebaut – das beschloss Rot-Grün in einer Sondersitzung von Bau- und Umweltausschuss. Zusätzlich wollen SPD und Grüne, dass an der Georgstraße (zwischen Schmiede- und Steintorstraße) ein neuer Stadtplatz entsteht. Die Dächer der am Steintor geplanten Gebäude sowie angrenzende Straßen sollen als „klimatischer Ausgleich intensiv begrünt“ werden. Die Opposition läuft geschlossen Sturm gegen den Beschluss.
Der Steintorplatz wird mit zwei Gebäuden bebaut. In einer Sondersitzung von Bauausschuss und Umweltausschuss ist das Millionenprojekt am Mittwochnachmittag gegen scharfen Protest der Opposition beschlossen worden. Die Zustimmung im Rat gilt nun als Formsache.
Worte wie „Hütchenspielertrick“ oder „Nebelkerze“. Eine CDU-Fraktion, die aus Protest wegen eines kurzfristigen rot-grünen Änderungsantrags an der Abstimmung nicht teilnimmt, und Zuhörer, die bei Wortbeiträgen der Opposition klatschen: Die Diskussion um die Steintor-Bebauung in der gemeinsamen Sitzung von Umwelt- und Bauausschuss führte Rot-Grün vor Augen, dass sein Bauprojekt das Zeug dazu hat, zu einem zentralen Thema im Kommunalwahlkampf 2016 zu werden.
Das Ringen um die Bebauung des Steintorplatzes geht weite – erneut hat sich der Bauausschuss des Rates lange mit dem Streitthema befasst, den Beschluss aber vertagt. Die CDU macht sich auch über die ungenutzte U-Bahnstation unter dem Platz Sorgen: Wenn das Steintor bebaut wird, stünden sie nicht mehr zur Verfügung.
Es war eine turbulente Novembersitzung des Stadtbezirksrates Mitte – mit dem Ergebnis, dass sich keine Mehrheit für die Bebauung des Steintorplatzes fand. Aus Sicht der Stadt kein Problem. Sie beruft sich auf einen Beschluss aus dem Jahr 1996, nach dem Entscheidungen der Bezirksräte durch den Verwaltungsausschuss des Rates ausgehebelt werden können. Dort hat Rot-Grün eine sichere Mehrheit. Und die beiden Fraktionen haben sich schon deutlich für das Projekt ausgesprochen.
Der Bezirksrat Mitte hat die Pläne zur Bebauung des Steintorplatzes abgelehnt. Das bedeutet aber nicht, dass das Projekt gekippt ist. Der Verwaltungsausschuss, besetzt mit Politikern aus dem Rat, kann in seiner Sitzung anders entscheiden. Auf Ratsebene sind sich SPD und Grüne ohnehin einig, die Bebauung zu unterstützen.
Beerdigt die geplante Bebauung des Steintorplatzes für immer alle Träume einer Fortsetzung des unterirdischen Stadtbahnausbaus? Das jedenfalls fürchtet die Initiative Pro-D-Tunnel, die seit Jahren für die Verwirklichung der Tunnellösung kämpft, die ursprünglich für die D-Linie vorgesehen war.
Im Slalom huschen Fußgänger über die Straße, suchen eine sichere Lücke im Verkehr. Autofahrer steigen genervt auf die Bremse. Bahnen schieben sich klingelnd durch die Massen. Ein aufgebrachter Mann zeigt einem Busfahrer frech den Mittelfinger. Die wichtigste City-Ampel ist kaputt – und Hannover sieht rot!